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XIV. OFFENER KUNSTPREIS ausgeschrieben Bad Schmiedeberg - DER OFFENE KUNSTPREIS startete erstmals vor 25 Jahren – gleichzeitig mit dem 10-jährigen Bestehen des Forschungs-Institutes bildender Künste und erlebte eine wechselhafte Geschichte in den alten Bundesländern Deutschlands, in den Anfängen der Europäischen Gemeinschaft. Der 14. Offene Kunstpreis beginnt am 1. Oktober 2011 (Sie sehen jetzt schon das Layout im Internet) und KünstlerInnen können sich bereits jetzt im Internet Ihren Startplatz bei www.14-okp.de in der meist besuchen Spitzenplatzierung der oberen Namensreihen durch frühzeitige Anmeldung sichern. Alle Unterlagen zur Teilnahme – auch das Anmeldeformular – finden Sie auf der Startseite beim Impressum und Kontakt. Etliche Neuerungen begleiten diesen Wettbewerb zum Vorteil der Teilnehmenden: 1. Neu ist, dass verkäufliche Kunstwerke im Wettbewerb auch preismäßig angeboten werden können. 2. Alle Kunstwerke werden einzeln fast bildschirmgroß ausgestellt. 3. als Jubiläumswettbewerb findet der XIV. OKP besondere Beachtung in der Presse 4. Ab jetzt hat der ‚Offene Kunstpreis’ auf dem Kunsthof Schloss Reinharz ein festes Domizil, denn das Forschungs-Institut (FIBK) hat ein Jahrzehnt lang einige der als Denkmal geschützten Wirtschaftsgebäude des Wasserschlosses restauriert, um- und neu aufgebaut zum permanenten ländlichen Kunstzentrum zwischen Berlin und Leipzig.
Europäischer akademischer Kunstpreis
Bad Schmiedeberg - art-price.eu ist ein europäischer Kunstpreis für Kunstschaffende, zukunftsgerecht konzipiert und anders ausgerichtet als bisher gewohnte Wettbewerbe, bei denen die Teilnehmer mit- und gegeneinander wetteifern müssen. In den sechs Sprachen, die in der Europäischen Union hauptsächlich gebräuchlich sind, wird der art-price.eu permanent und individuell für jeden bildenden Künstler veranstaltet – in deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch und polnisch. Es gibt keine Terminvorgaben eines gemeinsamen Beginns und der Dauer bis zum fixierten Endtermin wie man es bisher kennt. Jeder Teilnehmer kann seinen Beginn der Teilnahme am Kunstpreis selbst bestimmen. Auf Grund bisheriger Erfahrungen kann der Künstler wählen ob er/sie mit einer Auswahl von 10 oder 20 Kunstwerken für 12 Monate im Internet bei art-price.eu startet und im Laufe der ersten neun Monate kann man seine Kunstwerke bei Bedarf auch gegen andere austauschen. Am Ende des 10. Monats beauftragt das Forschungs-Institut Bildender Künste als Ausrichter drei Jurygruppen aus den Ländern der Europäischen Union. Jede Wertungsgruppe hat bis zu acht Personen (Künstler, Sammler, Kunstjournalisten Kunstwissenschaftler, Ausstellungsveranstalter, etc.). Die Mitglieder in den Gruppen bewerten jedes Kunstwerk allein und einzeln mit bis zu 100 Punkten – ohne Abstimmung untereinander. Die endgültige Auswertung erfolgt durch den Ausrichter anhand der Gruppenwertungen. Da die Ergebnisse Zeugnischarakter haben, werden sie nur dem Teilnehmer mitgeteilt und können mit seiner Zustimmung veröffentlicht werden.
Die wertvollste, erreichbare Auszeichnung bei art-price.eu ist der ‚Meisterring’. Jeder Ring ist eine Einzelanfertigung und wird passend auf das Ringmaß seines späteren Trägers angefertigt. Die Inhaber der Meisterringe, als die Besten der Künstler, werden u.a. in das Gremium der zukünftigen Juroren berufen. Auf der Ehrentafel in art-price.eu werden die Namen der Preisträger und die mit Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen ausgezeichneten Künstler genannt. Ebenfalls erstrebenswert ist die Auszeichnung ‚REMBRANDT-PLAKETTE’ (Abbildung links). Mit der Verleihung der Rembrandt-Plakette des Forschungsinstitutes Bildender Künste werden besondere Œuvre gewürdigt, wenn ein sehr positiver Gesamteindruck in die bildnerische Arbeit (Zeitenfolge und Kunstwerke) gegeben ist; ihre Namen sind ebenfalls auf der Ehrentafel verzeichnet. Weitere Preise, die für die künstlerische Tätigkeit wert- und sinnvoll sind, werden derzeit mit Sponsoren erörtert – wie die Teilsubventionierung bis zu 70% von Künstler-Webkatalogen. Die Visitors - das Publikum - werden beim Besichtigen der Kunstwerke aufgerufen zu bewerten, denn die virtuellen Besucher haben das Stimmrecht ‚ihre Favoriten’ per Mail an mybest@art-price.eu zu wählen und können damit einen von 50 Kunstsach-Preisen gewinnen.
Salzburg in neuen Ansichten – Internationaler Wettbewerb Herbst 2012 Salzburg/A - Der Wettbewerb SALZBURG IN NEUEN ANSICHTEN wird veranstaltet von der NEUHAUSER KUNSTMÜHLE und der SALZBURGER SPARKASSE BANK AG. Das Thema ist die künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadtlandschaft am Beispiel der Stadt Salzburg. Interessierte KünstlerInnen reichen bis zum 29.02.2012 eine Dokumentation ihres bisherigen Werkes, durch Fotografien, Kataloge oder ähnliches, jedenfalls unter Einschluss einer Biografie im Postweg bei der Galerie NEUHAUSER KUNSTMÜHLE, Mühlstraße 5a, 5023 Salzburg, oder per E-Mail an anmeldung@neuhauserkunstmuehle.at ein. Das vorgelegte Material wird grundsätzlich nicht zurückgesandt. Es bildet die Grundlage für die Entscheidung der Jury. Die Jury ist auch berechtigt selbst Künstler zur Teilnahme am Wettbewerb einzuladen. Die Jury wird die ausgesetzten Stipendien für Werke der Malerei, der Grafik und überhaupt Arbeiten in der Fläche mit allen künstlerischen Mitteln, nicht jedoch Druckgrafik und künstlerische Fotografien vergeben. Teilnahmeberechtigt sind KünstlerInnen aus dem In- und Ausland. Bewerbungen um die ausgeschriebenen Stipendien müssen in der Galerie NEUHAUSER KUNSTMÜHLE bis zum 29.02.2012 eingelangt sein. Maßgeblich ist der Poststempel oder der Eingang der elektronischen Nachricht. Die Jury vergibt 6 Arbeitsstipendien im folgenden Umfang: - Unterkunft und Bereitstellung eines Ateliers in Salzburg in der Zeit vom 3.9. bis 15.10.2012 - Auszahlung eines Aufenthaltsbeitrages von € 3.000,00 bei Ankunft in Salzburg - Ausstellung der während des Arbeitsaufenthaltes geschaffenen Werke in der Zeit vom 20.10. bis 10.11.2012 in der NEUHAUSER KUNSTMÜHLE. Die Jury wird die Stipendiaten zwischen dem 1. und 10. März 2012 verständigen. Die Arbeiten bleiben im Eigentum der Künstler und werden während der Ausstellungsdauer in der NEUHAUSER KUNSTMÜHLE zum Verkauf angeboten. Der Verkaufspreis wird vom Künstler im Einvernehmen mit der Galerie festgelegt. Im Falle eines Verkaufes erhält die NEUHAUSER KUNSTMÜHLE einen Anteil von 40%. Die Jury entscheidet mit Stimmenmehrheit ohne Dirimierungsrechte. Die ausgestellten Arbeiten sind von den Künstlern in der Zeit vom 12. bis 15.11.2012 in der NEUHAUSER KUNSTMÜHLE abzuholen. Arbeiten die nicht abgeholt werden, können von der Galerie ab dem 1.1.2013 zugunsten einer karitativen Organisation verwertet werden. Alle Werke sind vom Einlangen in der Galerie bis zum Abholungszeitpunkt mit dem angegeben Bruttopreis abzüglich des Galerieanteiles von 40% versichert.
KUNSTSALON 2012 im Haus der Kunst München - Die Einreichung zum nächsten KUNSTSALON 2012 im Haus der Kunst ist eröffnet. Formulare sowie Antworten auf die häufig gestellten Fragenstehen auf der website der FMDK e.V. (www.fmdk.de) zum Download bereit. Der KUNSTSALON ist einer der wichtigsten Leistungsshows für aktuelle Strömungen der zeitgenössischen Kunst in München mit nationaler und internationaler Beteiligung. Die Bedeutung solcher Künstlerausstellungen gerade auch an so prominenter Stelle wie dem Haus der Kunst kann heutzutage gar nicht genug betont werden. Autonomie und Künstlerselbstbestimmung sind wertvolle Ideale im Mainstream von Kunstvermarktung, Kulturmanagement und Kuratorenkonzepten geworden. Der Schwerpunkt des Kunstsalon 2012 liegt mit dem Titel 3-dimensional auf der Bildhauerei und umfasst neben der klassischen Skulptur auch Installationen und Objekte. Zu dem dafür vorgesehenen separaten Ausstellungsbereich können die einreichenden Künstler gesonderte Werke abgeben (siehe die Formulare im Attachment, im Download der website sowie die erklärenden Informationen auf der website). I. Veranstalter: FREIE MÜNCHNER UND DEUTSCHE KÜNSTLERSCHAFT e.V. – FMDK, Rablstr. 20, 81669 München, Tel./Fax 089 - 29 28 39, www.fmdk.de II. Veranstaltungsort/-zeit: HAUS DER KUNST München – Südgalerie 27.7. - 26.8.2012 VERNISSAGE: Donnerstag, 26. Juli 2012 III. Einsendeschluss für Anmeldung: 29. Februar 2012, Bearbeitungsgebühr 30,- € Studenten 15,- €; nur Fotos: Abzüge/Ausdrucke max. Din A 4, keine CDs in reproduktionsfähiger Qualität, im Schnellhefter IV. Alle Arbeiten unterliegen der Auswahl durch die Jury; die Rückziehung einer angemeldeten und zur Ausstellung zugelassenen Arbeit durch den Künstler gilt als Vertragsbruch und ist nicht zulässig. V. Zur Ausstellung wird ein Katalog erstellt. Die Abbildung einer Arbeit pro Aussteller ist obligatorisch. Kosten für Abb. 60,- € zahlbar nach Erhalt der Jurybenachrichtigung. VI. Einlieferung nur Montag, 23.7.2012 von 13.oo -16.oo Uhr VII. Abholungh nur Montag, 27.8.2012 von 10.oo -17.oo Uhr VIII. Die FMDK übernimmt die Versicherung der eingereichten Arbeiten ab Datum bei Einlieferung bis Ausstellungsende zu 100% des angegebenen Verkaufspreises. IX. Während der Ausstellung erfolgt der Verkauf der Exponate im Namen und für Rechnung des/der Künstler/in durch die vom Veranstalter beauftragte Geschäftsführung. Es wird eine Provision in Höhe von 23% der Kaufsumme erhoben. X. Schlussbestimmung: Erfüllungsort für sämtliche Verpflichtungen in Zusammenhang mit der Ausstellung KUNSTSALON 2012 und den Verkauf der ausgestellten Werke ist München. Durch Beschickung der Ausstellung erklärt sich der Einsender mit den Ausstellungsbestimmungen einverstanden. Jeder Bewerber kann sich nur an einer der 3 im Haus der Kunst stattfindenden Jahresausstellungen beteiligen. Die Anmeldung/ Einsendung ist einer Beteiligung gleichzusetzen. Jeder Einsender kann 4 + 2 Arbeiten einreichen, 4 Arbeiten freie Einsendung (Malerei, Skulptur, Grafik etc.); sowie zusätzlich 2 Arbeiten zum Schwerpunktthema 3-dimensional (Skulptur, Objekt, Installation). Alle eingereichten Arbeiten unterliegen der Jurierung durch die Auswahlkommission. Alle Unterlagen müssen vollständig ausgefüllt, unterzeichnet und einschließlich der Bearbeitungsgebühr bis 29. Februar 2012 der FMDK vorliegen. Gegen die Entscheidung der Auswahlkommission besteht kein Einspruchsrecht. Die Arbeit der AK ist erst mit der Hängung der Ausstellung abgeschlossen.
Nominierungen für die Verleihung des Kulturpreises der Landeshauptstadt Erfurt 2012 Erfurt - Die Landeshauptstadt Erfurt verleiht alle drei Jahre ihren Kulturpreis an Künstler/innen, die der Stadt besonders verbunden sind oder mit ihrem Schaffen das kulturelle Leben in einmaliger Weise prägen. Entsprechend der Satzung über die Verleihung des Kulturpreises der Landeshauptstadt Erfurt vom 20.8.1996 hat jeder Bürger des Freistaats Thüringen das Recht, mögliche Preisträger, die auszeichnungswürdige kulturelle Leistungen vollbracht haben, vorzuschlagen. Der Preis ist mit 5.000 EURO dotiert. Vorschläge können bis zum 31. März 2012 bei der Stadtverwaltung Erfurt, Kulturdirektion, Benediktsplatz 1, 99084 Erfurt in schriftlicher Form unter Nennung der vollständigen Absenderangabe eingereicht werden. Dem Antrag ist eine Beschreibung der Leistung beizufügen. Dabei ist Folgendes zu beachten: 1. Mit dem Preis sollen hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Künste, der Darstellenden Künste, der Literatur und Musik anerkannt werden, die entweder durch die Person oder durch das Werk in einem Zusammenhang mit dem kulturellen Leben der Landeshauptstadt Erfurt stehen. 2. Der Preis kann sowohl an natürliche Personen als auch an juristische Personen und Personengruppen oder Institutionen verliehen werden. 3. Der Preis kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Rückfragen richten Sie bitte an die Kulturdirektion Erfurt, Frau Imhof, Tel. 0361 655 1606.
Prof. Peter Bialobrzeski erhält Dr.-Erich-Salomon-Preis 2012 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)
Köln - Der Fotograf Prof. Peter Bialobrzeski wird mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) ausgezeichnet. Die Preisverleihung wird im September im Umfeld der Photokina in Köln stattfinden. Der seit 1971 alljährlich für „vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik“ vergebene Preis erinnert an Dr. Erich Salomon, dem der moderne Bildjournalismus seit der Weimarer Republik starke Anregungen verdankt. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer von der Leica Camera AG gestifteten, hochwertigen Kamera. Zu den bisherigen Preisträgern gehören weltbekannte Fotografen wie Anders Petersen (Schweden), Martin Parr (England), René Burri (Schweiz), Barbara Klemm (Deutschland) und Robert Frank (USA). Mit dem 1961 in Wolfsburg geborenen Peter Bialobrzeski ehrt die DGPh einen der profiliertesten und engagiertesten deutschen Fotografen, der seit fast 20 Jahren beharrlich die Welt mit der Kamera beschreibt und interpretiert. Zugleich gilt die Ehrung auch einem einflussreichen Fotolehrer und Autor, der stets die theoretische Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie gesucht und auch hier wesentliche Akzente gesetzt hat. Peter Bialobrzeski begann seine internationale Karriere Ende der 1980er Jahre bei renommierten Magazinen wie Stern, Telegraph Magazine, ZEIT Magazin und GEO. In diese Zeit datiert auch seine Faszination für die Mega-Citys Asiens, deren Beobachtung den Kern seines Werkes bildet. Die klassische Auftragsfotografie spielt für ihn allerdings seit rund 10 Jahren keine Rolle mehr. Er initiiert seine Arbeiten, die sich im Grenzbereich von Dokumentarfotografie und künstlerischem Statement bewegen, inzwischen immer selbst. Die komplexen Ergebnisse, wie „Neon Tigers“, Heimat“ oder „Lost in Transition“, gehören schon jetzt zu modernen Klassikern des Mediums. Peter Bialobrzeski lebt in Hamburg und arbeitet rund um die Welt an seinen zahlreichen Projekten, in deren Mittelpunkt die Globalisierung der Urbanisierung steht. Dabei ist ihm gesellschaftliche Relevanz genauso wichtig wie die ästhetische Verführung. Seine überwältigenden Bildfindungen einer sich rasant verändernden Welt faszinieren und verstören zugleich. Dazu schrieb der Essayist Michael Glasmeier: „Bialobrzeski arbeitet der Schnelligkeit entgegen. Seine menschenleeren Fotos zeigen uns exakt jenen Zustand einer urbanen Gegenwart zwischen Ruine und Neudefinition, zwischen Nichtvorherbestimmtsein und Baustelle.“ Und die Kritikerin Vicki Goldberg resümierte in der New York Times: „Peter Bialobrzeskis Fotografien geben der Globalisierung und dem unsichtbaren, aber mächtigen Geflecht, das unser Umfeld bildet und gewissermaßen unser Leben bestimmt, ein strahlendes, mondänes Gesicht.“
Auch wenn Menschen auf seinen Bildern nur selten zu sehen sind, so geht es doch immer um sie. Um die Art, wie sie leben und wie sie die Welt verändern oder die Welt sie verändert. Dabei weist der Fotograf ein aus seiner Sicht nicht einlösbares missionarisches Versprechen von sich und sieht sich eher als Archivar in einer Ära der ständigen Veränderung. Er ist daran interessiert, wie die Dinge von heute als Vergangenheit aussehen, will sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst ein Bild machen, die Deutung jedoch dem Betrachter überlassen. Hier steht er in der Tradition eines Walker Evans, zu dem er Bezüge sieht oder Bernd und Hilla Becher, von denen er sich aber in seiner fotografischen Pracht und künstlerischen Intendierung deutlich abgrenzt. Zu Recht verweist Bialobrzeski darauf, dass Authentizität von Fotografie immer nur bildimmanent sein kann. Parallel zu seinem fotografischen Werk profilierte er sich auch als Hochschullehrer. Nach einer Vertretungsprofessur „Bildjournalismus“ an der Universität Essen von 1998 bis 1999 und einem weiteren Lehrauftrag ebenda wurde er 2002 zum Professor für Fotografie an der Hochschule für Künste Bremen berufen. Darüber hinaus ergänzt er seine Lehrtätigkeit immer wieder mit Workshops im In- und Ausland. Neben zahlreichen anderen Preisen wurden Foto-Serien von Peter Bialobrzeski 2003 und 2010 mit dem begehrten World-Press-Foto Award ausgezeichnet. Auch seine Publikationen wurden mehrfach preisgekrönt, so 2004 mit dem Deutschen Fotobuchpreis für „Neon Tigers“ und 2006 für „Heimat“. Aktuelle Ausstellung: Peter Bialobrzeski „Habitat“ im Forum für Fotografie, Köln vom 14. Januar bis 11. März 2012. Abb.: oben: Peter Bialobrzeski, © Dieter Zinn, courtesy Bildagentur laif; unten: aus der Serie „The Raw and the Cooked“
Philipp Otto Runge Stiftung vergibt Jahresstipendium an den Künstler Tarje Eikanger Gullaksen Hamburg - Zum dritten Mal vergibt die Philipp Otto Runge Stiftung in enger Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle ein Jahresstipendium an einen jungen Künstler mit Residenzpflicht in Hamburg. In diesem Jahr fiel die Wahl der Jury auf den norwegischen Künstler Tarje Eikanger Gullaksen.
Tarje Eikanger Gullaksen (*1973) studierte an der Königlichen Kunstakademie Kopenhagen freie Kunst und Kunstwissenschaften und lebt seit 2005 in Berlin. Gullaksen verfolgt einen auf Recherche basierenden Arbeitsansatz und arbeitet in einem breiten Spektrum künstlerischer Medien wie Text, Installation, Skulptur, Zeichnung und Film. Er interessiert sich für Situationen, in denen Dinge ihre gewohnten Funktionen verlieren und auf andere Bedeutungszusammenhänge verweisen. In der Wahl seiner künstlerischen Mittel macht er deutlich, dass jede Form der Darstellung prinzipiell zum Scheitern verurteilt ist, da die künstlerische Sprache den Inhalt von der ersten Formulierung an mitbestimmt. Gullaksen spürt in seinen Arbeiten den Stellen nach, in denen ein Repräsentationsmodell in ein anderes übergeht. Gerade anhand dieser Nahtstellen, Übergänge, Sprünge und Übersetzungsmechanismen kann er Sensibilitäten freilegen, die unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit um neue Qualitäten erweitert. Seine Arbeitsweise hat die Jury ebenso überzeugt wie das Projekt, das er während seines Stipendiums realisieren möchte. Gullaksen hat die Absicht, inspiriert von Werner Herzogs Buch „Vom Gehen im Eis“ (1974), das die Erfahrung eines persönlich motivierten Gewaltmarsches von München nach Paris aufzeichnet, in Hamburg eigene mehrwöchige Wandererfahrungen zu machen und zu reflektieren. Gullaksen verbindet auf diese Weise Ansätze der Spaziergangswissenschaften mit dem situationistischen Dérive, dem sich Treibenlassen im städtischen Raum. Sein bewusstes Wandervorhaben verbindet ihn mit den deutschen Romantikern Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich, die zu den ersten gehörten, die ihre Wanderungen bereits als Teil ihrer künstlerischen Arbeit verstanden und das Prozesshafte dieser Art der Naturerfahrung in ihrem Kunstbegriff mitdenken konnten.
Die Philipp Otto Runge Stiftung wurde 2003 vom gleichnamigen Ur-Ur-Ur-Enkel des Begründers der Romantik in der Malerei, Philipp Otto Runge (1777-1810), gegründet. Die Zielsetzung der Stiftung ist die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler sowie die Erforschung des Werks von Philipp Otto Runge. Die für die Stipendiatenauswahl eingesetzte Jury besteht aus Karsten Müller, Barlach Haus Hamburg, Christiane Mennicke, Kunsthaus und Städtische Galerie der Gegenwartskunst in Dresden, Matthias Mühling, Lenbachhaus und Kunsthaus München, Nina Zimmer, Kunstmuseum Basel, Sabrina van der Ley, Nationalmuseum Oslo, Brigitte Kölle, Hamburger Kunsthalle. Abb.: oben: Tarje Eikanger Gullaksen; unten: Unfinished Symphony, 2009, Video, 19:04, Super 35 digital, Variabel size
MSGR. OTTO MAUER PREIS 2011 geht an KAMEN STOYANOV
Wien - Der Otto Mauer Fonds vergibt die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 31. Mal. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Diesjähriger Preisträger ist der in Rousse, Bulgarien, geborene, in Wien und Sofia lebende und arbeitende Künstler Kamen Stoyanov. Der Preis wurde von Bischof Dr. Egon Kapellari am 30. November 2011 in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais in Wien an Kamen Stoyanov übergeben. Vom 4. Dezember 2011 bis 15. Januar 2012 präsentiert Kamen Stoyanov im Rahmen der Ausstellung „Kamen Stoyanov: Impossible Stories“ im JesuitenFoyer in Wien ausgewählte Arbeiten. Ebenfalls zu sehen sind Arbeiten von Kamen Stoyanov im Rahmen von vier Gruppenausstellungen: Unlimited (5. bis 25. November 2011), BenchMark Business Center, Sofia, The 2011 Sovereign European Art Prize Finalist´s exhibition (22. bis 30. November 2011), Haskoy Yun Iplik Fabrikasi, Istanbul, The Bulgarian Pavilion (3. November bis 1. Dezember 2011), Creda Bonum Gallery, Sofia, Common Identity (1. Dezember 2011 bis 31. Januar 2012), Space Gallery, Bratislava und METAmART. Kunst und Kapital. Der Ausstellungsparcours (24. November 2011 bis 19. Februar 2012) im Rahmen der VIENNA ART WEEK 2011, Künstlerhaus, Wien. Begründung der Jury: „Die diesjährige Jury (Erwin Bohatsch, Carola Dertnig, Martin Hochleitner, Gustav Schörghofer und Johanna Schwanberg) entschied sich dafür, den Otto Mauer Preis 2011 dem 1977 in Bulgarien geborenen und seit Jahren in Österreich lebenden Künstler Kamen Stoyanov zu verleihen. Stoyanov überzeugte die Jury mit seinen Videos, Performances, Fotos, Texten, Installationen und Zeichnungen in mehrfacher Weise. So durch die weit gefächerten gesellschaftspolitischen und existentiellen Themen, die etwa in seinen Arbeiten „Cultural Moussaka“ (2010), „Formula“ (2011) oder „Bringing Cultura“ (2011) angesprochen werden: Migration, Globalisierung, Ökonomisierung des kulturellen Feldes, Identitätsbildung, Sozialschere, Kulturpolitik in Österreich und Bulgarien, Sprachbarrieren und Probleme der Übersetzung. Zugleich interessierte die Jury die kritische Beschäftigung mit dem Betriebssystem Kunst. Stoyanov hinterfragt in Arbeiten wie „Come and Take“ (2008) „Self-potrait with a roll paper“ (2010) oder „Which one should I buy?“ (2008) die KünstlerInnenfigur, den Kreativitätsbegriff, die Machtmechanismen am Kunstmarkt, die Instrumentalisierung der Kunst, genauso aber die Attraktivität der Gegenwartskunst.
Besonders hob die Jury die medial vielschichtige ästhetische Umsetzung dieser komplexen Themenfelder in eine unverkennbare künstlerische Sprache hervor, die gleichermaßen konzeptuell-reflektiert wie humorvoll und ironisch-leichtfüßig erscheint. Dabei greift Stoyanov auf traditionelle Medien wie Handzeichnung, Skulptur oder Handschrift genauso zurück wie auf Video, Performance oder Fotografie. Kennzeichnend für Stoyanovs Werk ist auch die subtile Verschränkung aus hochkulturellen und subkulturellen Phänomenen; gegenwärtige massenmediale Formate wie SMS-Texte, Aufkleber, Rap oder Kochshows finden in seine Arbeit genauso zitierend Eingang wie „klassische“ Positionen der Avantgardekunst.“ Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen. In den vergangenen 31 Jahren waren insgesamt rund 90 prominente VertreterInnen aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – KünstlerInnen, KuratorInnen, MuseumsdirektorInnen und JournalistInnen – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten. Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten: Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007), Isa Rosenberger (2008), Siggi Hofer (2009) und Katrina Daschner (2010). Neben der jährlichen Vergabe des Msgr. Otto Mauer Preises fließt der weitaus größte Teil der Mittel des Otto Mauer Fonds in die Förderung aktueller Projekte in den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Wissenschaft, Erziehung und Erwachsenenbildung. Abb.: Kamen Stoyanov: oben: Cultural Moussaka, 2010, Videostill der Installation, Video 9.45 min, 2 Fotos, zwei Öl-Bilder je 30 x 40 cm, Courtesy Kamen Stoyanov; Foto aus dem Projekt Tiger Steps, 2007, Puppe, Ton, Installation, Objekte, Foto: Kamen Stoyanov
Michael Sailstorfer erhält den Vattenfall Contemporary 2012
Berlin - Der in Berlin lebende Künstler Michael Sailstorfer (*1979 Velden/Vils) ist Preisträger des „Vattenfall Contemporary 2012“. Mit ihm wird eine künstlerische Position geehrt, die den klassischen Begriff der Skulptur neu befragt und erweitert. Die Jury zeigt sich beeindruckt von Sailstorfers scharfsinnigem Umgang mit den Kategorien des Skulpturalen. In seinen Arbeiten werden alltägliche Objekte, aber auch Gerüche, Lärm, Bewegung und Zeit zu integralen Bestandteilen und verbinden sich zu einem poetischen Gesamtbild. Michael Sailstorfer studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Olaf Metzel und am Goldsmiths College in London. Einzelausstellungen waren zu sehen in der Schirn Kunsthalle Frankfurt a. M. (2008), der Kestnergesellschaft Hannover (2010/11), dem S.M.A.K. in Genth (2011) und der Kunsthalle Nürnberg (2011). Der Preis ist eine Neukonzeption des „Vattenfall Kunstpreis Energie“, der seit 1992 jährlich vergeben wird. 2010 wurde der Preis zusammen mit der Berlinischen Galerie neu konzipiert. Seither wird er an international renommierte Künstler verliehen, die in Berlin leben und arbeiten. Die Ehrung umfasst eine Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie vom 28. April bis 8. Oktober 2012, die Produktion eines Ausstellungskataloges und einen Ankauf für die Sammlung Vattenfall. Die vorherigen Preisträger waren Julian Rosefeldt (2010) und Angela Bulloch (2011). 2012 feiert der Kunstpreis sein 20jähriges Bestehen. Die Mitglieder der Jury: Magnus af Petersen, (Head of Exhibitions and Collections, Moderna Museet, Stockholm), Angela Bulloch (Preisträgerin Vattenfall Contemporary 2011), Udo Bekker (Vattenfall Personalvorstand), Hanna Marie Ebert (Managerin Corporate Art – Sammlung Vattenfall), Dr. Thomas Köhler (Direktor der Berlinischen Galerie), Dr. Heinz Stahlhut (Leiter Sammlung Bildende Kunst, Berlinische Galerie). Abb.: Foto: © Cameron Wittig, Walker Art Center, 2009
Roswitha Haftmann-Preis 2012 für Cindy Sherman Zürich - Der höchstdotierte europäische Kunstpreis, der Roswitha Haftmann-Preis, geht 2012 an die amerikanische Künstlerin Cindy Sherman. Mit einem Sonderpreis wird der Filmemacher Harun Farocki ausgezeichnet. Der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung vergibt 2012 den mit CHF 150.000 dotierten Roswitha Haftmann-Preis an die amerikanische Künstler Cindy Sherman (*1954).
Cindy Sherman zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen der inszenierten Fotografie. Sie bedient sich ausschließlich ihrer eigenen Person, ihres eigenen Körpers als Modell ihrer Inszenierungen, verfolgt jedoch kein selbst-referenzielles Konzept. Sie ist die Neu-Erfinderin der Rollenfotografie. Ihr Rollenspiel, das im Atelier als Performance beginnt, gelangt schließlich als Fotografie an die Öffentlichkeit. Die Darstellungen überschreiten die Grenzen des Exhibitionistischen und provozieren umso mehr, da sie nicht als Selbstporträts verstanden werden wollen. Vielmehr parodiert Sherman in wechselnden Rollen stereotype Frauenbilder und thematisiert die weibliche Identität in einer männlich dominierten Gesellschaft. Untersucht werden Verdrängungsprozesse des Körperlichen, Psychischen und Sexuellen, die gegenwärtig mit Tabus besetzt sind. Die Künstlerin zeigt sie in teils grellfarbigen überzeichneten Stellvertretern («Reproduktionen»). Technisch und formal lehnt sich Sherman an Charakteristika der Werbung, des Kinos oder der klassischen Malerei an. In diesen gestalterischen Grenzen hat sie sich eine hohe Beweglichkeit bewahrt. Der Durchbruch gelang ihr mit einer Reihe von Schwarzweiss-Fotografien, die zwischen 1977 und 1980 entstanden: den «Untitled Film Stills» und die an Standbilder des italienischen Neorealismus sowie an den amerikanischen Film Noir erinnern. In darauf folgenden, ersten farbigen Fotoserien werden sexuelle Übergriffe thematisiert. Prothesen und Puppen werden bevorzugte Requisiten der Künstlerin. Es folgen History-Porträts, inszeniert nach bekannten Gemälden und mit einem hohen Wiedererkennungsgrad für den Betrachter, Serien zu Themen wie Hollywood und Clowns. Sherman führt ihr Publikum in konfliktgeladene Situationen. Die individuelle Identität die sie darstellt, trifft auf ein kollektives Unterbewusstsein, artifizielle Schönheit auf natürliche Brutalität. Indem ihre Kunst den Betrachter anzieht und abstößt, ihn tief zu verunsichern und zugleich nachhaltig zu faszinieren vermag, zeigt Sherman ein besonderes Talent. Für die Jury der Roswitha Haftmann-Stiftung ist sie nach Andy Warhol die bedeutendste Künstlerin der filmischen und fotografischen Selbsterforschung. In Anerkennung dieser künstlerischen Leistung verleiht der Stiftungsrat ihr den Roswitha Haftmann-Preis. Cindy Sherman wurde 1954 in Glen Ridge, New Jersey, geboren. Sie studierte Malerei am State University College in Buffalo, New York und begann sich währenddessen mit Fotografie zu beschäftigen. Ihre erste bedeutende Arbeit, «Bus Riders» (1976), entstand noch zu Studienzeiten. Heute lebt und arbeitet die Künstlerin in New York. Ihre Werke sind in den Sammlungen der bedeutendsten Kunst-Museen der Welt vertreten – neben den USA insbesondere in Europa, aber auch in Mexiko und in Israel. Cindy Sherman ist die zwölfte Künstlerpersönlichkeit, der Europas höchstdotierter Kunstpreis zuteil wird und neben Maria Lassnig, Mona Hatoum und Vija Celmins die vierte Frau. Die Übergabe des Preises findet am 10. Mai 2012 im Kunsthaus Zürich statt.
Die Statuten eröffnen zudem die Möglichkeit, Sonderpreise zu vergeben. Davon macht die Jury nun zum dritten Mal Gebrauch und spricht dem in Berlin lebenden Regisseur Harun Farocki einen Sonderpreis in Höhe von CHF 75.000 zu. Der 1944 im heutigen Tschechien geborene Autor, Dozent und Filmemacher studierte von 1966 bis 1968 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Er machte sich als Filmkritiker und Drehbuchautor einen Namen und hat seit 1966 über 100 Produktionen abgeschlossen – überwiegend Dokumentar-, Essay- und Storyfilme. Viele seiner seit dem Jahr 2000 geschaffenen Arbeiten werden in Ausstellungen und Museen gezeigt – an der Biennale in Sao Paulo ebenso, wie an der Documenta 12. Er kuratiert Ausstellungen in Kunstvereinen und Museen. Abb.: oben: Cindy Sherman; unten: Harun Farocki
Kunsthalle Mannheim gibt Preisträger Hector Kunstpreis / Hector Förderpreis 2012 bekannt Mannheim - Alle drei Jahre vergeben die Kunsthalle Mannheim und die H.W. & J. Hector Stiftung zwei bedeutende Preise für Bildhauerei, Objektkunst und Rauminstallation. Der Hector Förderpreis ist für junge, in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler bestimmt. Mit dem Hector Kunstpreis wird eine bereits international anerkannter künstlerische Position geehrt. Die mit Susanne Gaensheimer (Biennale-Kuratorin und Direktorin des MMK), Yilmaz Dziewior (Direktor Kunsthaus Bregenz), Tobias Rehberger (Hector Kunstpreisträger 2009) und Ulrike Lorenz (Kunsthalle Mannheim) hochrangig besetzte Jury hat jetzt aus rund 370 eingegangenen Bewerbungen die Preisträgerinnen und Preisträger für den Hector Förderpreis 2012 ausgewählt und gleichzeitig den Hector Kunstpreis vergeben. Der Hector Kunstpreis 2012 geht an die 1971 im Iran geborene Berliner Künstlerin Nairy Baghramian. Hannes Broecker (*1980), Dresden, erhält den Hector Förderpreis 2012. Die Kunsthalle Mannheim stellt beide Preisträger vom 21. Juli bis 28. Oktober 2012 in Einzelpräsentationen vor. Parallel findet eine Gruppenausstellung mit den Förderpreis-Kandidaten Kollektiv Jochen Schmith (= Carola Wagenplast, Peter Hoppe, Peter Steckroth), Robert Ludwig und Pauline M’barek statt. Die drei Ausstellungen werden jeweils mit einem Katalog begleitet. Preisverleihung und Ausstellungseröffnung finden am Freitag, den 20. Juli 2012 statt.
Saisonsauftakt 2011/12: Hospiz Kunstpreis 2011 geht an Alfredo Barsuglia
St. Christoph/A - Der Hotelier und Galerist Florian Werner hat in St. Christoph am Arlberg den Hospiz Kunstpreis vergeben. Im Rahmen der Eröffnung der Saison 2011/12, die unter dem Motto „Abbild“ steht, überreichte Werner den Preis am Abend dem österreichischen Künstler Alfredo Barsuglia. Bereits zum dritten Mal wurde der Hospiz Kunstpreis verliehen. Dieser Preis wird jeweils an einen Teilnehmer des Artist in Residence Programms der letztjährigen Saison verliehen. Dieses Jahr geht der Preis an Alfredo Barsuglia. In seinen Installationen stellt Barsuglia die Frage nach der Dauerhaftigkeit von Glamour und Starkult. Welches sind die Mechanismen für die Akzeptanz von Schönheit, wie funktionieren sie und über welche Medien werden sie transportiert und verstärkt? Dabei spielt der junge österreichische Künstler mit Stilelementen von Märchen ebenso wie mit erotischen Anspielungen und Seitenblicken in die Welt des Showbusiness. Teil seiner raumgreifenden Installationen, die in der Tradition der Illusionsmalerei stehen, sind Porträts. Hier bildet Barsuglia keine Individuen ab, sondern Platzhalter eines gesellschaftlichen Zustandes. Es sind die alltäglichen Rituale, für die er sich interessiert und die er in Relation zum Starkult stellt - die existentiellen Vorgänge, die wir alle mit gewohnter Selbstverständlichkeit vollziehen, und die gerade deshalb unserer Aufmerksamkeit entgehen.
„In seinen Arbeiten versucht Alfredo Barsuglia möglichst nahe am Urbild zu sein und zugleich einen hohen Grad an künstlerischer Eigenständigkeit zu erreichen. Damit ist er sehr nah am diesjährigen Kunstquartiergeneralthema ‚Abbild’“, begründete Florian Werner die Juryentscheidung bei der Preisverleihung. Mit dem diesjährigen Generalthema „Abbild“ widmet sich Florian Werner einer der wesentlichen und immer wieder aktuellen Fragestellungen in der Auseinandersetzung mit Kunst. Die Beziehung zwischen dem Objekt, dem Abzubildenden, und dem Abbild beschäftigt die Philosophie und Erkenntnistheorie seit jeher und wird ständig aufs Neue verhandelt. In welchem Verhältnis steht das Urbild zum Abbild? Inwiefern ist menschliche Erkenntnis ein Abbild der Wirklichkeit? Die Jury für den Hospiz Kunstpreis besteht aus dem Team des Kunstquartiers Hospiz, einem externen Beratungsteam und einem lokalen externen Experten. Die bisherigen Preisträger waren der in Hamburg lebende Künstler Peter Nikolaus Heikenwälder (2009) und die Berlinerin Anna Lehmann-Brauns (2010). Der Hospiz Kunstpreis 2011 ist mit 1.500 Euro dotiert. Darüber hinaus erhält der Gewinner des Preises eine Einzelausstellung in der Hospiz Galerie Bregenz. Abb.: oben: Das Galeristenpaar Ursula und Florian Werner überreichte am Samstagabend dem österreichischen Künstler Alfredo Barsuglia (Mitte) den Hospiz Kunstpreis 2011, © Dietmar Mathis; unten: Alfredo Barsuglia, hunter or they are all mine, © Alfredo Barsuglia
Beste Kulturplakate 2011 gekürt Berlin - Der deutschlandweite Plakatwettbewerb „guteplakate.de 2011“ ist unter großer Beteiligung von Teilnehmern und Begutachtern beendet worden. Die Entscheidung, welche Kulturveranstalter die diesjährigen Preisträger sind, fällte eine öffentliche Jury im Netz. Zahlreiche Museen, Schauspiel- und Konzerthäuser, Kulturinstitute, Literaturhäuser, Musikveranstalter und Festivals haben sich 2011 mit insgesamt 330 aktuellen Kulturplakaten beworben.
Auf den ersten Platz gelangte nach einer einmonatigen Abstimmungsphase das Motiv „Fliegenpilz“ des Live Clubs „Rote Sonne“ aus München (Abb. links). Es ist Bestandteil einer Serie von Imageplakaten, die von fpm factor product gestaltet wurden und durch eine markante und stark reduzierte Optik auffallen. Um das monatliche Key-Motiv herum wird mit einer Typocollage für die Acts und Bands des Monats geworben. Die Farbwelt, abgeleitet vom Rote Sonne-Logo, bleibt dabei immer schwarz-rot-weiß. Die Rote Sonne ist ein Club für elektronische Tanzmusik und Livekonzerte in München. Auf den zweiten Platz kommt das PODIUM Festival aus Esslingen, welches durch innovative Aufführungen und stimmige Werbekampagnen von sich Reden macht. Das junge Klassikfestival hat schon zahlreiche Preise gewonnen – darunter den ECHO Klassik 2010, red dot communication design award, Förderpreis Region Stuttgart und den Deutschen Jugendorchesterpreis 2011 sowie im letzten Jahr auch den ersten Preis von guteplakate.de. Das diesjährige Motiv PODIUM 360 (Abb. Mitte) des Büros Engenhart Stuttgart/Berlin spielt mit dem Thema und dem Festivallogo und verschmilzt auf bildlich-grafische Weise klassische und zeitgenössische Konzertmomente miteinander. Den dritten Platz belegt das „Hamburg Ballett - John Neumeier“ mit einem Motiv kreisartig angeordneter Tänzer (Abb. unten). In variantenreichen Formen und Farben erscheinen bei dieser von Scholz & Friends Hamburg entworfenen Kampagne schwebend amorphe Gebilde, die erst beim näheren Hinsehen ihre Körper und Gliedmaßen offenbaren. Die Ballettkompanie Hamburg Ballett, seit 1989 im neu eröffneten Ballettzentrum Hamburg tätig, wird seit 1973 durch den weltweit gefeierten Choreografen John Neumeier geleitet.
Als Preise erhalten die drei Kulturveranstalter Freiplakatierungen für die Bewerbung neuer Kulturprojekte auf Ströer-Litfaßsäulen im kommenden Jahr. Der Münchener Club „Rote Sonne“ erhält von Ströer Out-of-Home Media ein Mediavolumen in Höhe von 5.000 Euro, das PODIUM Festival aus Esslingen und das Hamburg Ballett jeweils Mediavolumen in Höhe von 2.500 Euro. Erstmalig wird im Rahmen des Wettbewerbs guteplakate.de auch ein Jurypreis durch das im Hamburger Fachverlag New Business erscheinende Magazin „Public Marketing“ vergeben. Den diesjährigen Sonderpreis bekommt ebenso das „Hamburg Ballett - John Neumeier“. „Menschliche Körper, die ein Kaleidoskop bilden – die Idee ist nicht komplett neu, aber sie funktioniert gerade für den Tanz hervorragend: Durch die Bewegung entsteht Veränderung, ein neues Muster“, sagt Yvonne Wodzak, Chefredakteurin von „Public Marketing“ und Jurymitglied. „Eine ästhetisch gelungene Arbeit, die nicht offensichtlich für ein Ensemble oder Ballettstück wirbt, aber trotzdem den Tanz und seine Ausdruckskraft in den Mittelpunkt stellt.“ Und Agneta Melzer, Redakteurin von „Public Marketing“ und Jurymitglied, ergänzt: „Das Plakat wirkt klar und aufgeräumt. Damit ist es auf den ersten Blick ästhetisch ansprechend. Gleichzeitig macht es neugierig. Der Betrachter wird eingeladen, die getanzten Geschichten genauer zu betrachten – und sich so auch mit dem Ballett selbst zu beschäftigen.“ Das Hamburg Ballett erhält ein Jahresabonnement von „Public Marketing“, einen redaktionellen Beitrag im Heft sowie 100 Belegexemplare der entsprechenden Ausgabe zur Eigenwerbung.
Der Berlin-Spezial-Preis geht schließlich an das Ballhaus Naunynstraße mit ihrer Plakatserie ALMANCI! FESTIVAL 2011, die Esra Rotthoff gestaltet hat. Mit einer klaren Bildsprache und der zentralen Position der Akteure erreichen die Motive eine hohe Aufmerksamkeit und Spannkraft. Das Ballhaus Naunynstraße wurde 2008 von der künstlerischen Leiterin Shermin Langhoff unter der Schirmherrschaft von Fatih Akın als translokales Theater neu eröffnet und ist seitdem ein Kristallisationspunkt für KünstlerInnen migrantischer und postmigrantischer Verortung. Das Berliner Ambient Media Unternehmen PiCK ME stiftet für das Ballhaus Naunynstraße eine Verteilung von Werbefaltern über „Berlins Kulturregal“ in Höhe von 5.000 Euro. Allein im November 2011 besuchten 25.000 Interessenten die Website www.guteplakate.de, um sich über die Teilnehmer zu informieren, Anregungen zu bekommen und mitzustimmen. Spitzenreiter bei den Einreichungen waren Kulturplakate aus den Bereichen Theater, Bildende Kunst sowie Musik/Konzerte. Die meisten Plakate kamen aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die bestgebuchtesten Monate für die Plakatierung waren April, September und November. Als Stückzahlen wurden zumeist 50 bis 200 im A1-Format angegeben. Der Kulturplakat-Wettbwerb guteplakate.de wird im nächsten Jahr fortgesetzt.
Tue Greenfort erhält den GASAG Kunstpreis 2012
Berlin - Der 1973 in Holbæk (Dänemark) geborene und in Berlin tätige Künstler Tue Greenfort erhält den GASAG Kunstpreis 2012. Die Auszeichnung wird im kommenden Jahr zum zweiten Mal in Kooperation mit der Berlinischen Galerie vergeben. Die Partner ehren mit dem Preis alle zwei Jahre eine künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik. Die Jury begründete die Entscheidung für den an der Akademie im dänischen Fünen und an der Städelschule in Frankfurt/Main ausgebildeten Künstler folgendermaßen: „Tue Greenfort (*1973) gehört zu einer jüngeren Künstlergeneration, die einen neuen ästhetischen Zugang zu ökologischen Themen eröffnet. Allerdings geht es dem Künstler nicht nur um Fragen der Nachhaltigkeit, sondern auch um das Verständnis von Ökologie als ein „Systemmodel für soziale, ökonomische und kulturelle Phänomene und Zusammenhänge“ (Greenfort). Er bearbeitet dieses Feld mit subtilen inhaltlichen Anspielungen, formaler Präzision und ironischen Bezügen auf die Kunst der 1960er und 1970er Jahre. Dabei sind seine Werke stets ortsspezifisch angelegt und setzen sich mit historischen Fakten ebenso auseinander wie mit chemisch-physikalischen Prozessen. Wissenschaftliches Verfügungswissen, künstlerische Forschung und ästhetischer Gestaltungswille gehen bei Greenfort insofern eine fruchtbare Synthese ein.“ Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Nominierte Künstler: Aleksandra Domanovic, Simon Dybbroe Møller, Antje Engelmann, Emanuel Geisser, Tue Greenfort, Wiley Hoard, Shirin Homann-Saadat, Cyrill Lachauer, Silvia Lorenz, Agnieszka Polska, Katinka Pilscheur, Reinigungsgesellschaft (Henrik Mayer und Martin Keil), Vanessa Safavi, Pola Sieverding, Ming Wong, Pablo Zuleta Zuhr Abb.: Tue Greenfort
Michaela Melián erhält den Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2011 Nordhorn - Der 32. Kunstpreis der Stadt Nordhorn wird in diesem Jahr an die in Oberbayern lebende Künstlerin Michaela Melián verliehen. In außergewöhnlicher Weise verbindet Michaela Melián in ihren künstlerischen Arbeiten ganz unterschiedliche Medien wie Sprache, Zeichnung, Fotografie, Film und Objekte mit selbst komponierter Musik. Oftmals greift sie historische Ereignisse und bestimmte Gegebenheiten eines Ortes auf, assoziiert sie weiter und verfremdet sie, so dass Spuren und Überlagerungen der ursprünglichen Geschichte übrig bleiben. Ausgangspunkt für die Ton-Diaprojektion „Locke Pistole Kreuz“ von 2004 war das Datum der Festnahme von Ulrike Meinhof in Langenhagen, der 15. Juni 1972, das gleichzeitig der 16. Geburtstag der Künstlerin gewesen ist. Die Eingabe von Ort und Datum in eine Suchmaschine im Internet generiert unzählige Querverweise, wie beispielsweise Stadtpläne, Autobahnkreuze, die Kestnergesellschaft Hannover und die Pistole Johann Christian Kestners, mit der sich Goethes Freund Karl Wilhelm Jerusalem aus Liebeskummer erschoss. Aus diesen Recherchen entstanden ins Negative gekehrte Zeichnungen als Dias, die wie in einem Trickfilm ineinander geblendet werden und ein Musikstück.
In ihrem Projekt „Föhrenwald“ erzählt Michaela Melián die Geschichte der gleichnamigen Siedlung im Süden von München, die in den 1930er Jahren zunächst als nationalsozialistische Mustersiedlung erbaut, dann aber schließlich als Arbeitslager verwendet wurde. Melián entwickelt dazu ein multimediales Objekt: In einem begehbaren, zylindrischen Gehäuse ist eine sich drehende Panorama-Diaprojektion und Hörstrecke installiert. Projiziert werden in dieser Bilderschleife Dias von Zeichnungen der Siedlung, die von einem Soundloop aus Sprache und Musik überlagert werden. Die Arbeit umfasst insgesamt 300 Tonspuren, die auf historischen und aktuellen Originaltönen von NS-Opfern und Zeitzeugen basieren. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk/Hörspiel und Medienkunst verwirklicht und gewann mehrere Preise. Der Soundloop „Memory Loops“ (www.memoryloops.net) wurde 2008 beim Kunstwettbewerb der Landeshauptstadt München ausgezeichnet, sowie von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Jahres 2010 gewählt. Für den Kunstpreis der Stadt Nordhorn wurden wie in jedem Jahr auch diesmal sechs Künstlerinnen und Künstler von drei renommierten Ausstellungsmachern vorgeschlagen. Mitglieder des Vorschlagsgremiums waren Bettina von Dziembowski, Leiterin des Kunstvereins Springhornhof in Neuenkirchen, Sören Grammel, Direktor des Grazer Kunstvereins und Christina Vegh, Direktorin des Bonner Kunstvereins. In der entscheidenden Jurysitzung stellte Veronika Olbrich, Leiterin der Städtischen Galerie Nordhorn, die nominierten Künstlerinnen und Künstler ausführlich vor. Anschließend beriet die Jury, zu der die Leiterin des Kulturfachbereichs, Cornelia Baumann, der Vorstand des Förderkreises der Städtischen Galerie Nordhorn sowie der Kulturausschuss der Stadt Nordhorn gehören. Nach ausführlicher Diskussion fiel die Entscheidung auf Michaela Melián. „Melián bezieht sich“, so Veronika Olbricht, „in ihren multimedialen Arbeiten auf Situationen, Geschichten und Ereignisse, die an einem speziellen Ort festgemacht werden können. Ihre Arbeit ordnet sich in den Zusammenhang des Jahresprogramms der Städtischen Galerie Nordhorn ein, das sich schwerpunktmäßig mit der Wahrnehmung, Umdeutung und Veränderung von Räumen durch aktives Handeln beschäftigt.“ Als Auszeichnung erhält die Kunstpreisträgerin der Stadt Nordhorn ein Preisgeld in Höhe von 4.500 EUR sowie eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn in der Zeit vom 3. Dezember 2011 bis zum 14. Februar 2012. Zudem erscheint ein Katalog zur Ausstellung. Eröffnung und feierliche Preisübergabe erfolgen am 2. Dezember 2011, um 19:30 Uhr. Die 1956 in München geborene Künstlerin studierte Kunst und Musik in München und London. Michaela Melián arbeitet seit Mitte der 1980er Jahre als bildende Künstlerin, Musikerin in der Kult-Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle) und gleichzeitig als Solomusikerin. Seit 2010 ist sie Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Sie hatte bedeutende Ausstellungen 2005 im Kunstraum München, 2006 in den Kunstwerken Berlin und dem Grazer Kunstverein und 2009 im Lentos Museum in Linz. Abb.: Michaela Melián
MAK-Schindler-Stipendien für das Studienjahr 2011 / 2012 vergeben Wien - Eine internationale Jury wählte im Rahmen des seit 1995 bestehenden MAK-Schindler-Stipendiatenprogramms (Artists and Architectsin-Residence Program) unter den 212 Einreichungen je vier Projekte sowie jeweils zwei Ersatzprojekte aus den Bereichen Architektur und Bildende Kunst aus. Die Stipendiaten werden sechs Monate in den Mackey Apartments in Los Angeles verbringen und ihre eingereichten Arbeiten realisieren. Die vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur gemeinsam mit dem MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst vergebenen Stipendien richten sich an freischaffende Künstler, Architekturstudenten (2. Studienabschnitt) und Diplomabsolventen der Studienrichtung Architektur. Ein Hauptanliegen des Stipendiatenprogramms ist es, junge Künstler undArchitekten/Studenten individuell zu fördern und neue, grenzüberschreitende Synergien zu schaffen. Innovationen in Kunst und Architektur werden sowohl durch experimentelle Zugangsweisen als auch mittels praxisorientierter Projekte untersucht. Die internationale Jury prämierte die Projekte folgender Architekten und Künstler: Kategorie Architektur: 3. Oktober 2011 – 16. März 2012: Christoph Eppacher (AT); Shima Roshanzamir und Morteza Farhadian (IR) 2. April – 14. September 2012: Mechthild Weber, Moritz Heimrath und Lukas Allner (DE); Kostis Velonis (GR) Ersatz: Christian Tonko (AT); Hannes Böck (AT) Kategorie bildende Kunst: 3. Oktober 2011 – 16. März 2012: Lasse Schmidt Hansen (DK); Katrina Daschner (DE) 2. April – 14. September 2012: Kamen Stoyanov (BG); Johannes Schweiger (AT) Ersatz: Johann Lurf (AT); Benjamin Hirte (DE) Statement der Jury: Aus einer Rekordzahl von 212 eingereichten Projekten aus 34 Ländern wurden einstimmig je vier Projekte aus den Bereichen Architektur und Bildende Kunst, sowie jeweils zwei Ersatzprojekte ausgewählt. Eines der wesentlichen Auswahlkriterien der Jury war die Kohärenz zwischen Projekt und Gesamtwerk der BewerberInnen. Dabei wurde der spezifische Bezug auf Los Angeles sowie die Bandbreite der architektonischen beziehungsweise künstlerischen Ansätze speziell berücksichtigt. Besonders auffallend bei den Einreichungen war die Vielzahl jener Projekte, die sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur bewegen. Das Spektrum der getroffenen Auswahl umfasst Themen wie die Zukunft der Stadtplanung, die Blacklist Hollywoods, die Neo-Burlesque sowie Forschung über Stummfilm und Display.
Acht Landesstipendien für einen Studienaufenthalt in der Cité Internationale des Arts in Paris Stuttgart - Kunstschaffende aus Karlsruhe, Ludwigsburg, Stuttgart, Freiburg und Landkreis Ravensburg werden im Jahr 2012 gefördert. „Ich freue mich sehr, dass wir auch 2012 wieder außergewöhnlich begabten Künstlerinnen und Künstlern aus Baden-Württemberg einen längeren Auslandsaufenthalt in Frankreich ermöglichen können. Die Künstlerstadt Paris bietet das ideale Umfeld für die Weiterentwicklung des eigenen Werks und die Ergebnisse bereichern später auch das kulturelle Leben im Südwesten.“ Dies sagte Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk anlässlich der Bekanntgabe der neuen Stipendiaten der Cité Internationale des Arts in Paris. Eine vom Kunstministerium einberufene Jury von Kunstexpertinnen und Kunstexperten hat aus insgesamt 58 Bewerbungen für die Cité des Arts in Paris acht Künstlerinnen und Künstler für 2012 ausgewählt: Aus Karlsruhe Franziska Degendorfer, Johannes Esper und Karsten Födinger. Helmut Dietz aus Ludwigsburg, Simone Rueß aus Blitzenreute (Landkreis Ravensburg), Hans Pfrommer und Anne Römpp aus Stuttgart sowie Reinhard Wiedemer aus Freiburg. Mit einem Studienaufenthalt in den Landesateliers in Paris sollen vorrangig jüngere Künstlerinnen und Künstler der Sparten Bildende Kunst, Architektur und Musik (Komponisten und Interpreten), die in ihrer künstlerischen Entwicklung noch offen sind, gefördert werden. Das Land verfügt in der Cité des Arts über vier Ateliers. Der Studienaufenthalt beträgt sechs Monate, so dass pro Jahr acht Stipendiaten ausgewählt werden können. Die Cité Internationale des Arts in Paris wurde 1965 als Stiftung gegründet und hat seither über 18.000 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten geboten. Die im Stadtzentrum und im Künstlerviertel Montmartre angesiedelten Studios bieten Raum zu künstlerischer Arbeit in einem anregenden kreativen Umfeld. Ausstellungen und Konzerte sind wichtige Bestandteile des breitgefächerten Veranstaltungsangebots und bieten Gelegenheit zu Diskussion und Austausch.
OscARTs 2011 im Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste, Semper Depot, verliehen Wien - Seit dem Jahr 2002 vergibt das Gremium „Der Kunsthandel“ den OscART als Auszeichnung für besondere Leistungen an GaleristInnen, KunsthändlerInnen, MuseumsdirektorInnen, KunstsammlerInnen, KunstjournalistInnen und KunsthistorikerInnen. Gemeinsam mit den diesjährigen PreisträgerInnen feierten alle bisher Ausgezeichneten 10 Jahre OscART.
„Harald Schweiger und Herbert Giese haben sich als kongeniales Duo in den inzwischen mehr als 30 Jahren ihrer Tätigkeit als eine Ausnahmeerscheinung im österreichischen Kunstbetrieb erwiesen. Ihre unverwechselbare Handschrift ist geprägt von intelligentem und gleichsam strategischem Handeln und äußerst sensiblem Gespür für Qualität. Für ihre ungeminderte Leidenschaft und ihren unbändigen Entdeckerwillen haben sie sich vor allem in der nachhaltigen Wiederbelebung der österreichischen Kunst des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne für den Kunstmarkt ein Denkmal verdient. Der Fokus war immer klar auf ihr Interessensfeld ausgerichtet, in das ihr tiefgreifendes Wissen Einsatz fand, um so unzählige Sammler wie zahlreiche Institutionen und damit letztlich auch das Publikum mit höchster künstlerischer Qualität zu bereichern.“ zeigte sich Agnes Husslein-Arco, Direktorin, Belvedere, Wien erfreut über die Erfolge von Herbert Giese, Harald Schweiger und Alexander Giese und ihre Auszeichnung für ihre großen Verdienste um die Branche.
„Wirklich gute Kunsthändler macht meiner Überzeugung nach zweierlei aus: Zum einen stehen sie der von ihnen gehandelten Ware derart nahe und identifizieren sich mit ihr derart intensiv, dass sie – im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen – selbst zu Sammlern werden. Und zum anderen, dass sie nicht bloß mit dem Handeln, was ohnehin alle anderen erfolgreich tun – denn dann könnten sie ja ebenso gut mit Schnürsenkeln oder Eiskästen handeln – sondern weil sie neue Wege beschreiten. Einer dieser neuen Wege besteht darin, Künstlern den Weg in den Markt zu ebnen, Künstler bekannt zu machen. Und das haben Renate Kainer und Christian Meyer wie nur wenige andere in Wien getan. Man denke nur an Dan Graham, Heimo Zobernig, Walter Obholzer, Liam Gillick, Sarah Morris, Franz West oder Gelatin.“ Mit diesen Worten würdigte Ernst Ploil, Rechtsanwalt und Kunstsammler, Wien Renate Kainers und Christian Meyers beispielhaftes Engagement um die zeitgenössische Kunst.
Für ihre besonderen Leistungen in der Kategorie „Unternehmenssammlungen“ wurde die evn sammlung mit dem OscART 2011 ausgezeichnet. Thomas D. Trummer, Kurator Bildende Kunst, Siemens Stiftung, München ehrte den Preisträger mit den Worten: „Wer Sammeln allein der Wertschöpfung verpflichtet, der vergeht sich am eigenen Tun. Qualitätvolles Sammeln beruht auf anderen Voraussetzungen als auf Zuwachsraten und Gewinnmargen. Wahrscheinlich folgt es der paradoxen Bereitschaft, den eigenen Antrieb fortwährend prüfen zu wollen. Es ist die Befähigung zur Bewusstseinschärfung und Gegenwartsanalyse, die Kunst zum Gewinn werden lässt. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, für die wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich von ihrer Zukunftsfähigkeit abhängig ist. Die EVN erwirbt seit mehr als fünfzehn Jahren Werke der Gegenwart. Große Überblickausstellungen im Belvedere (2000) und im Mumok (2005) sowie eine beeindruckende Zahl prominenter Leihanfragen belegen, dass sie trotz ihrer entschiedenen Zeitgenossenschaft bereits jetzt der Kunstgeschichte zugerechnet werden. Damit scheint sichergestellt, was sich eigentlich jeder Sammler wünscht, dass sie nämlich dauerhaft der Zukunft angehören.“ Entgegen genommen wurde der OscART 2011 von Peter Layr, EVN Vorstandssprecher.
Wolfgang Kos, Direktor, Wien Museum, ehrte Peter Pakesch, Intendant des Universalmuseums Joanneum, Graz für seine besondere Leistung im Bereich „Museumswesen“ mit den Worten: „Speziell in den 80er Jahren hat Peter Pakesch mit dem innovativen Programm seiner Galerie in Wien ein Kapitel Kunst-Zeitgeschichte ‚mitgeschrieben’. Hier konnte man aktuelle internationale Künstler ebenso kennen lernen wie eine neue Generation innerhalb der Wiener Szene. Wahrscheinlich nicht nur für mich, der sich damals ernsthaft für zeitgenössische Kunst zu interessieren begann, war das eine wichtige Inspirationsquelle. Auch in seinen Ausstellungen für den Steirischen Herbst und den Grazer Kunstverein, für das Kunsthaus Basel und schließlich im Grazer Joanneum, speziell im Kunsthaus, war Pakesch Trendsetter und sorgfältiger Beobachter der internationalen Kunstentwicklung. Persönlich verdanke ich ihm Erstbegegnungen mit der Arbeit von Künstlern, deren Weg ich in der Folge mit Interesse verfolge. Beispielhaft genannt seien Franz West, Herbert Brandl, Heimo Zobernig, Mike Kelley oder Ilya Kabakov.“
Die OscART-Skulptur 2011: Dass der OscART jedes Jahr von einer zeitgenössischen Künstlerin oder einem zeitgenössischen Künstler neu gestaltet wird, hat bereits Tradition. Für den zehnten OscART hat Michael Kienzer „Die Nase“ geschaffen, ein durchaus kontroversielles, aber trotzdem sehr passendes Werk. „Weil die PreisträgerInnen eine große Trophäe verdienen“, so der Künstler, „ist die Goldene Nase genau das Richtige für die Verleihung im Jubiläumsjahr.“ Natürlich spielt Geld eine wichtige Rolle im Kunstmarkt, denn ausreichende finanzielle Mittel stellen die Basis für herausragende Ausstellungen in Museen und den Aufbau hochkarätiger Sammlungen dar. Zum dem ist die finanzielle Grundlage notwendig, um den Handel mit Kunst in Kunsthandlungen und Galerien in Schwung zu halten, was wiederum die Voraussetzung für die Existenzsicherung von Künstlerinnen und Künstlern darstellt. Darüber hinaus geht es in der Kunst immer auch um die Lust des Entdeckens und Aufspürens, seien es besondere Stücke im Bereich der Antiquitäten oder der Kunst früherer Jahrhunderte oder auch neue Strömungen in der zeitgenössischen Kunst. Der „richtige Riecher“ für die Kunst, der allen PreisträgerInnen des OscART eigen ist, zeugt von Expertise, Kenntnis und Offenheit, die nötig sind, um die Kunst in den Markt, die Museen und die Sammlungen zu bringen. Wie bereits in den letzten Jahren wird der OscART auch als Edition aufgelegt werden, produziert in einer Auflage von 30 Stück von der online Kunstzeitung artmagazine.cc.
Die Verleihung des OscART 2011 steht unter dem Ehrenschutz der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Claudia Schmied und der Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, KommR Brigitte Jank. Abb.: von oben nach unten: links: v.l.n.r.: Harald Schweiger, Herbert Giese, Alexander Giese, Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien; Renate Kainer und Christian Meyer, Galerie Meyer Kainer, Wien; Peter Pakesch, Intendant des Universalmuseums Joanneum, Graz; Heike Maier-Rieper, Koordinatorin, evn sammlung; Werner Rodlauer, Gremialobmann des Landesgremium Wien Kunst,- Antiquitäten- und Briefmarkenhandel; Andrea Schurian, Der Standard, Leiterin der Kultur; Peter Layr, EVN Vorstandssprecher; KR Erwin Pellet, Spartenobmann des Wiener Handels; Foto: Ludwig Schedl / Wirtschaftskammer Wien / Der Kunsthandel; rechts: OscART 2011 für besondere Leistungen in der Kategorie „Zeitgenössische Galerien“: Christian Meyer, Renate Kainer, Galerie Meyer Kainer, Wien, Foto: Ludwig Schedl / Wirtschaftskammer Wien / Der Kunsthandel; links: OscART 2011 für besondere Leistungen in der Kategorie „Klassischer Kunsthandel“: v.l.n.r. Mag. Alexander Giese, Harald Schweiger, Dr. Herbert Giese, Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien, Courtesy Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien; rechts: OscART 2011 für besondere Leistungen in der Kategorie „Museumswesen“: Peter Pakesch, Intendant, Universalmuseum Joanneum, Graz, © N. Lackner, UMJ; links: OscART 2011: Michael Kienzer, Goldene Nase, 2011, Aluminium, ca. 30 x 10,5 x 11,5 cm, Auflage: 30 Stück, Edition: artmagazine.cc, Foto: Wolfgang Woessner; rechts: OscART 2011 für besondere Leistungen im Bereich „Unternehmenssammlungen“: evn sammlung, Olga Chernysheva, Guard, 2009, Optical Silver Gelatine Fiber Print, Edition 2/3 + 2 a.p., 157 x 107,5 cm (gerahmt), Ankauf 2010, Inv. Nr. 0206, Courtesy Evn Sammlung, Maria Enzersdorf, Foto: Lisa Rastl, Wien
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